Glücksmomente #6

Kafra, my friends, kafra.

Das ganze heißt so viel wie Entschuldigung und ist deshalb so passend, weil ich mich mit meinen Glücksmomenten fast zwei Monate verspäte. Allerdings nicht etwa, weil ich so lange über schöne Erlebnisse nachdenken musste – pah! Nein nein, hier ist noch immer alles gold und so sitze ich jetzt mit Keksen auf meinem Bett (mein Freund Herr Ventilenti erweist mir auch die Ehre und dreht sich nach knackigen drei Tagen Stromausfall wieder) und serviere euch die Updates. Ein Sonntagmorgen könnte schlimmer aussehen 😋

Glücksmomente im Januar:

  • Was sich durch kugelrunde Bäuche angekündigt hat, ist nun endlich wahr geworden – es gibt *Trommelwirbel* Hundebabies bei den Addisons! Ja, mein Wimpern-wünschen hat sich gelohnt und so toben nun 11 quirlige Fellnasen im Garten umher und quietschen und grummeln und futtern und schlafen. Die kleinen Chaoten sind seit ihrer Geburt mein gute-Laune-Garant schlechthin, weil Trübsalblasen und ein Haufen Welpen zusammen einfach nicht möglich ist.
  • Ich selbst habe im Januar auch ordentlich gequietscht, allerdings vor Freunde. So hat mich die ghanaische Post dann doch noch ordentlich überrascht, als plötzlich das längst verloren geglaubte Weihnachtspäckchen von Mama auf dem Tresen lag. Nach über zwei Monaten Reise ohne Lebenszeichen, hatten wir schon alle Hoffnungen aufgegeben. Zusammen mit dem Überraschungspaket, überreichte mir der Postmitarbeiter noch drei Päckchen aus der Heimat und dann konnte ich tatsächlich nicht mehr aufhören zu quietschen. Das war zu viel auf einmal 😁 Am allerbesten ist an Post aus der Heimat immer das Gefühl, gar nicht so weit weg zu sein. So wird irgendwie mit jedem Brief und verschickten Schuhkarton ein bisschen Zuhause nach Swedru gebeamt und hach, das war das schönste verspätete Weihnachtsgeschenk überhaupt. Mit frischer Mango, Papaya und gut 18 „Last Christmas“-Remixes feierte ich dann meine ganz eigene Bescherung.
  • Die Trotrofahrt von Ada Foah nach Sogakope war die schönste Trotrofahrt überhaupt. Das lag weder an der wunderschönen Landschaft, die sich neben der Strasse in‘s scheinbar unendliche erstreckte, noch an dem penetranten Fischgeruch aus der Reihe hinter uns ( zwei Marktfrauen transportierten neben sich selbst, je zwei riesengroße Schüsseln voll mit getrocknetem Fisch – natürlicher Raumduft). Irgendwie, und ich kann es wirklich nicht beschreiben, hatte an diesem Morgen jeder einzelne Passagier gute Laune. Ja, das ganze Trotro war voll beladen mit Menschen, Fisch und guter Laune. Sowas habe ich noch nie erlebt. Alle waren am Lächeln und so wurden auch wir mit dem Betreten des brüchigen Minibusses angesteckt. Das ganze ging dann fliessend in Schmunzeln und Gelächter über, als sich eine Frau mit Kleinkind neben uns setzte und der Junge seinen Augen nicht trauen konnte. Unschwer war zu erkennen, dass Prince noch nie in seinem Leben Obronis gesehen hat und sich nicht sicher war, was er von uns halten soll. Wir zogen Grimassen und blödelten mit dem Knirps solange herum, bis er weder Joanna, noch mich nochmal loslassen wollte. So unterhielten wir nicht nur den Stöpsel, sondern das ganze Trotro und alle hatten ihren Spaß. Wir haben so viel gelacht, dass wir glatt unsere angepeilte Stadt verpassten und zu weit fuhren 😂

  • Mit Bikinis und einem kalten Club in der Hand dümpelten Joanna und ich am Ende eines heißen Urlaubstages im seichten Gewässer des Voltas. Wir redeten über Gott und Ghana und die Welt und vergaßen die Zeit. So fanden wir uns dann (mehr oder weniger) plötzlich unter dem wohl schönsten Sternenhimmel Ghanas wieder, bis zum Hals im warmen Seewasser. Das war nicht nur unbeschreiblich schön, sondern magisch.
  • Nach 4 Stunden (!!) Wanderung hoch an einer Felswand bei eleganten über 30 Grad im Schatten, haben wir die höchsten Wasserfälle Westafrikas erreicht und auch wenn ich zwischendurch dachte, dass ich es weder überstehen werde, wenn ich einen weiteren Schritt nach vorne, noch einen zurück mache, hab ich‘s überlebt. Ich überrasche mich immer wieder in dem Jahr hier. Der Augenblick könnte zwar schon alleine durch diese erfreuliche Wendung zu meinen Highlights zählen, tut er aber nicht. Denn was mich tatsächlich umgehauen hat, das war der Anblick, der sich uns nach dem ganzen Leiden („Weinst du oder schwitzt du nur?“) geboten hat: Wir waren am Anfang und Ende des Regenbogens angekommen.
  • Auch wenn das jetzt etwas früher als geplant passierte, war es trotzdem ein besonderer Moment: Ich wurde Mama genannt! (Oma, du kannst wieder Luft holen, es war nicht mein eigenes Baby)

Der Januar war aber eben auch nicht nur der Monat, in dem ich ein zweites Weihnachten gefeiert habe, sondern auch das Kalenderblatt, dass die Halbzeit markiert. Klar, das verursachte erstmal ein etwas murmeliges Bauchgefühl, aber im Endeffekt blieb nach kurzer Gedankensortierung nur eins über – Vorfreude. Vorfreude auf die restliche Zeit hier in diesem wundervollen Land, das mit jedem Tag neue, kleine und große, Abenteuer aus dem Hut zaubert. Und Vorfreude auf meine Freunde, Familie, Pulliwetter und Käse.

Keksige Sonntagsgrüße – und, ob ihr’s glaubt oder nicht – die Hälfte ist rum!

Autor: Linn

Ich gehe weltwärts und blogge über Ghana, Glitzer und Soziales Engagement. Es werden Fotos und Herzensangelegenheiten geteilt :)

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