Glücksmomente #5

Nach dem lala-November kommt der 1a Dezember. So war zumindest mein Plan und auch wenn die Vorhersagen nicht immer nach meiner Pfeife tanzen, war der letzte Monat ganz brav.

Weil die Liebe bekanntlich durch den Magen geht, Weihnachten das Fest der Liebe ist und über die Feiertage nunmal eh viel gefuttert wird (ist in Ghana nicht anders), haben wohl oder übel eine Menge der Best-of-Dezember-Momente mit Essen zutun. Aber hey, gibt auch schlimmeres – nicht wahr? 😋

Glücksmomente im Dezember:

  • Bereits der erste Tag im letzten Monat des alten Jahres ließ die guten Vibes erkennen. So leutete der Geburtstag meiner Lieblingsschwester den Dezember ein und dementsprechend war ich – dank Wecker – hellwach, als sich die letzte Minute des Novembers zum Ende neigte (also nach Zuhause-Zeit 😛). Pünktlich um 11 (nach meiner Zeit, hehe) dankte ich dann einmal mehr dem Internet dafür, dass es so tut, als sei ich nicht Tausende von Kilometern weit weg, sondern ganz nah bei meinen Lieben. Dass ich dann sogar noch vor den Gästen gratulierte war natürlich das i-Tüpfelchen 😂 Glücklich und mit dem Gefühl, meiner Familie näher zu sein als die Entfernung einem vorflunkert, schlief ich dann in den Dezember rein.
  • Ich weiß nicht, ob die Tatsache, dass ich mich endlich von der Schweiß-Dreck-Matsche auf meinem Körper befreien konnte, oder aber einfach die unfassbare Kulisse der Grund für meinen Dopamin-Überschüss war. Ist aber eigentlich auch egal. Denn ohne Frage war das Picknick am Fuß der Boti Wasserfälle märchenhaft. Mich hätte es null Komma null gewundert, wären Schneewittchen oder Barbie oder beide aus dem Wäldchen getanzt, von Affen, bunten Vögeln und Antilopen umkreist und hätten in einem Lied die wunderschöne Natur gepriesen. Nein, eigentlich hätte das sogar ausgesprochen gut gepasst. Leider wurden wir nicht von Prinzessinnen umringt, das Snacken am wohl schönsten Platz der Eastern Region war dennoch einmalig wunderbar. Und lecker.
  • Dank der Post (und meinen zauberhaften Lieben) bin ich auch in Ghana nicht weit von Schoko-Pudding entfernt. Und wie mit allen tollen Dingen, wird auch das Puddingessen noch schöner, wenn man es teilt. In meinem Fall heißt das die süße Nascherei unterden forschend-fragenden Blicken meiner Gastgeschwister für die ganze Familie zu kochen. Leicht skeptische Mienen verwandelten sich unmittelbar nach dem ersten Löffel in ein glückliches Grinsen. Die unbekannte braune Pampe kam herrausragend gut an. So gut, dass einer meiner Gastbrüder sich den „Padding“ zur (noch in den Sternen stehenden) Hochzeit wünscht.
  • Ein anderer Glücksmoment aus der Tüte ist der Ahoi-Brause-Abend mit meiner kleinsten Gastschwester. Nachdem wir hochkonzentriert – bloß kein Körnchen verschwenden- jede der Geschmacksrichtungen einmal mit Wasser gemischt haben, kamen wir beide zu der Meinung, dass es mit einem angesabberten Finger, direkt aus dem Papiertütchen, doch am besten schmeckt. Die Brause hat es ihr auf alle Fälle schwer angetan und so wurde eines von Ano‘s Dezember-Highlights dank ihrer Euphorie auch zu meinem.
  • Ich schlurfe noch halb verschlafen aus meinem Zimmer Richtung Frühstück und realisiere erst kurz vor dem Zusammenprall, dass mein Gastpapa strahlend über beide Ohren vor mir steht. Noch während ich bremse, steckt mich sein Honigpferdgrinsen an und ich frage mich, was wohl der Grund für seine hervorragende Laune am Morgen sei. Ohne Vorwarnung haut er raus: „Linn, you are wonderful“, lächelt mich nochmal an und geht die Treppe hoch. Seine Worte gehen mir nochmal durch den Kopf und lassen auch mein Lächeln breiter werden. Erst zwei Augenblicke später schnalle ich, womit ich mir dieses Kompliment verdient habe – der von mir auf „Christmas-Scent“ getaufte Duft von Orangen und Nelken erfüllt das ganze Haus und hinterlässt die Addisons schwer beeindruckt. Ja, die Orangen-Nelken-Aktion von Ano und mir hat blendend funktioniert und über Nacht das Haus der Addisons (zu mindest Geruch-mäßig) in einen Weihnachtsmarkt verwandelt. Der morgendliche Dank Daddys ließ mich strahlend in den Tag starten. Der Weihnachtszauber hatte mich in seinem Bann.
  • Kanufahrend geht es für uns schon wieder Richtung Festland, das zuvor besichtigte Stelzendorf liegt bereits hinter uns und wir durchkreuzen einen Abschnitt des Sees, der dem Amazonas (oder besser meiner Vorstellung vom Amazonas) in nichts nachsteht. Die wilden Bäume ranken sich über dem Wasserspiegel und nicht selten müssen wir uns unter den tiefen Ästen herbücken. Wir fahren also mit dem Boot durch ein Stückchen Regenwald und als sei das nicht schon aufregend genung, blitzt plötzlich etwas schillernd-blaues in meinem rechten Augenwinkel auf. Instinktiv drehe ich mich zum auffälligen Klecks Farbe und kann meinen Augen nicht trauen. Ohne ein (sinnvolles) Wort zu sagen, wende ich mich an Joanna („Aaah! Da! Joanna!“) um bestätigt zu bekommen, dass das, was ich denke was ich sehe, auch wirklich das ist, was es nunmal ist. Und ja, tatsächlich. Joanna blickt von dem Vogel zu mir und wieder zum Vogel, gemeinsam starren wir voll Faszination den gefiederten Exoten an. Und das, meine Freunde, ist die Geschichte von meiner ersten Begegnung mit einem Kolibri.

Schillernde Grüße aus Ghana 🧡

Autor: Linn

Ich gehe weltwärts und blogge über Ghana, Glitzer und Soziales Engagement. Es werden Fotos und Herzensangelegenheiten geteilt :)

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