Gehen 2 Blondinen in Ghana auf den Markt

Was sich wie ein schlechter Witz anhört, war in Wahrheit der Masterplan für’s Wochenende. Gelacht wurde dennoch.

„Ich vermisse Käse!“

„Brauche ’ne Pizza, jetzt.“

„Ahh nicht schon wieder Fufu…“

„Wo ist unser gutes altes Vollkornbrot?!“

Ja, all‘ das sind die stummen Gedanken einer Generation von weltwärts-Freiwilligen. Ferne Heimats-Sehnsüchte, auf die uns niemand vorbereitet hat.

Von wegen Kulturschock, 3-Monats-Tief und Malariarisiko. Pah! Was mich aus der Bahn wirft, ist das fast vier Monate alte Knurren in meinem Magen, das lediglich durch deutsche Hausmannskost gestillt werden kann. Ob ich übertreibe?

Tja, 6 Stunden in der Küche sind glaube ich Beweis genug. 😂

Zusammen mit Joanna wurde das Verlangen nach Heimatküche in Angriff genommen. Und wir stellten zu allererst fest: Gar nicht so easy, die „deutsche Küche“ nach Ghana zu zaubern.

Grob 87% aller uns bekannter Gerichte scheiterten an fehlenden Milchprodukten (und aus Milchpulver und Wasser einen Frischkäse oder saure Sahne zu hexen, übersteigt meine Fähigkeiten), übrige 8% sind viel zu kniffelig und ja, für 3% braucht man einen Backofen, was auch ein No-Go ist, da in unserem Ofen grade Schnecken ihre Eier gelegt haben. No joke.

Also, darf ich vorstellen? Reibekuchen mit Apfelmus aka die verbliebenen 2% 😂

Und so kam es, dass wir statt 2 Kilo Kartoffeln circa 30 Kilo Yam (schätzen ist nicht so unsere Stärke) kauften und für ganz Swedru, vielleicht auch Ghana, Kartoffelpuffer machten. Nach sechs Stunden frittieren bin ich dann schließlich selber zu einem Reibeplätzchen geworden – befand mich aber dank Pommes-Joanna in bester Gesellschaft.

Stolz auf unser grandioses Apfelmus aus 17 Äpfeln (wir haben einen ganzen Stand leergekauft) und unsagbar viel Liebe, noch stolzer auf die 300 Reibekuchen und mit müdem Bizeps (die Reibe war im Miniaturformat), haben wir dann spontan die Hälfte an unsere Mitfreiwilligen in Swedru verteilt. Getreu dem Motto: Spread Love, Peace und Kartoffelpuffer.

Obwohl neben dem Haus meiner Gastfamilie auch wir vor Öl trieften, das Händewaschen – geschweige denn Duschen – impossible war (der Wasserhahn war auch nach dem Aufdrehen trocken wie die Sahara), die Spotify-Playlist sich zum achten mal wiederholte und generell alles eher so semi-optimal lief (Brandblasen ahoi), strahlten wir wie zwei Honigkuchenpferde.

Die Kartoffelpuffer kamen bombe an und allein mein Hostdaddy hat 7 verputzt. Jackpot.

Und Selbstverständlich haben wir die ganze Aktion festgehalten 😋 Hier also ein paar Einblicke:

Mit Tassenkuchen abgerundet, war der Exkurs in die deutsche Küche echt ein voller Erfolg. Da wir den Aufwand im Vorfeld allerdings gnadenlos unterschätzten, kann ich die „Yam-Puffer“ mit Apfelmus nun getrost jedem Volunteer ohne Wochenendvorhaben empfehlen – es kommt nämlich mit Sicherheit keine Langeweile auf!

Mit voll gefuttertem Bauch (und endlich geduscht, halleluja!) schicke ich tropische Grüße nachhause ❤️

Autor: Linn

Ich gehe weltwärts und blogge über Ghana, Glitzer und Soziales Engagement. Es werden Fotos und Herzensangelegenheiten geteilt :)

2 Kommentare zu „Gehen 2 Blondinen in Ghana auf den Markt“

  1. Boh das ist aber wirklich eine kleine reibe 🙈. Echt ordentlich gearbeitet
    Sieht aber sehr lecker aus 🙋‍♀️
    Schicke euch heimatliche essensgrüsse
    Bin mir sicher das wir die Gaumen Gelüste hier alle zur Zufriedenheit erfüllen können 😜
    Gaaaanz liebe Grüße
    Andrea

    Gefällt 1 Person

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