Akwaaba!

„Obrouni, obrouni – you want to go where ?“-Rufe kommen uns entgegen als wir völlig orientierungslos den Flughafen der ghanaischen Hauptstadt verlassen. Ich bin sogar so sehr ohne Peilung, dass ich gekonnt an Williams (unserem Chef, Gründer der NGO Inspire Global Ideas) vorbei laufe: erster Eindruck läuft. 😀 Das herzlich zu mir rüber gerufene „Akwaaba“ (das ist Twi und heißt Willkommen) , das feste Händedrücken und sein breites Grinsen lassen mich jedoch in wenigen Augenblicken in Accra ankommen. Erschöpft aber glücklich – wir sind da.

Die 13 Stunden Aufenthalt in Kairo, unserem nächtlichen Boxenstopp, hinterließen deutlich Spuren, sodass ich meine erste Trotrofahrt nach Agona Swedru halb verschlafe, mhn. Rückblickend ist es deutlich besser so. Schlafend kann ich mir keine Gedanken über die TÜV-Zulassung unseres Gefährtes machen, nicht den „Steinschlag“, der bereits die ganze Frontscheibe zerteilt, inspizieren oder mich über die Löcher im Boden des Minivans wundern.

Die Fahrt über Stock und Schlagloch haben wir bestens überstanden. In Agona Swedru angekommen, beziehen wir unsere Zimmer in William‘s Volunteerhaus. Unser Zuhause nehmen wir noch gar nicht richtig war, so sehr freuen wir uns alle über die langersehnte Dusche.

1000 mal frischer als zuvor räumen wir teilweise die Koffer aus – bleiben schließlich eine Woche hier. Ohne großartig noch etwas zu unternehmen, hauen wir uns am frühen Abend in den Schlafsäcken auf‘s Ohr.

Das sind 1 1/2 Häuser von dem Anwesen, auf dem wir momentan untergebracht sind. Williams besitzt noch das zweistöckige Volunteerhaus, das dem türkisen Haus gegenüber liegt.

Innerhalb eines Tages in zwei afrikanischen Ländern unterwegs – check!

Am ersten Morgen wache ich gegen sechs auf, dusche mich eiskalt (es gibt keine Heizungen hier) und frühstücke mit den anderen Freiwilligen, bevor es gegen 8 in die Innenstadt Agona Swedru‘s geht um Geld abzuheben. Viel Geld, denn noch am gleichen Tag düsen wir wieder nach Accra um unsere Non Citizenship – Ghana Card (vergleichbar mit unserem Perso und dient dazu, sich auszuweisen) zu machen. Die wird, anders als bei unseren Behörden, sogar direkt gedruckt.

Ebenso werden wir von Ärzten durchgecheckt, unser Blut untersucht und wir auf unsere Arbeitsfähigkeit geprüft.

Nach dem offiziellen Teil unserer ersten Tage hier, holen wir an einem der Straßenstände Reis mit roter Soße (scharf!!) und frischem Gemüse. Unseren Snack verdrücken wir, der Huckelpiste aka Hauptstraße trotzend, im Troto.

Mittlerweile sind wir schon ein paar Tage länger beim William Zuhause, haben noch mehr ghanaische Gerichte getestet und festgestellt, dass die eigentlich immer entweder sehr scharf oder unglaublich süß sind. Außerdem habe ich Fufu gestampft und Bohnen sortiert, einen ganzen Fisch mit meinen Händen (zerlegt &) gegessen und Mosquitospray (aus Versehen) inhaliert – das ist, anders als der Rest, nicht empfehlenswert 😀

Auf dem Foto ist eines unserer Mittagessen zu sehen: Yam-Wurzel (das schmeckt so wie Kartoffel) mit Gemüse (und auf allen außer auf meinem Teller findet man noch Hühnchen 🙂 )

Morgen werden wir unsere Orientierungswoche, die von morgendlichen Seminaren über alltägliche Themen geprägt ist, mit einem Ausflug in die Innenstadt beenden. Am Abend ist es dann endlich so weit und wir werden bei unserer Gastfamilie einziehen. Jeder von uns ist schon super gespannt und auch Williams meinte, dass die Gastfamilien fragen, welcher von den obrounis ihr Freiwilliger sei 😀

Es bleibt also aufregend und ich halte Euch natürlich auf dem Laufenden.

Beste Fufu-Grüße aus Ghana! ❤

Autor: Linn

Ich gehe weltwärts und blogge über Ghana, Glitzer und Soziales Engagement. Es werden Fotos und Herzensangelegenheiten geteilt :)

2 Kommentare zu „Akwaaba!“

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