Hauptsache: Nagellack passend zur Farbe der Lose

Scherz. Spenden zu sammeln ist kein Zuckerschlecken.
Und Service-Clubs sind bei dieser Metapher die Karamellbonbons.

 Zweitausendachthundert Euro wurden von hopeforlife nur für meinen Freiwilligendienst gezahlt – eine Summe, die ich durch meinen Förderkreis wieder ausbalancieren sollte, eine Summe, die ohne ausgleichen schnell den finanziellen Ruin für eine wohltätige Orga darstellen kann. Umso erfüllender ist die Gewissheit: Ich hab die Kohle zusammen! DANKE, DANKE, DANKE – an dieser Stelle kann man sich meinen Freudentanz vorstellen 😀

Diese hohe Summe wurde, und das macht mich besonders stolz, zu 100% durch Euch, meinen Förderkreis, beglichen. Durch die Spenden meiner Familie, Freunde und die der Clubs ( Lions & Rotary ) habe ich also meine erste richtige Aufgabe als weltwärts-Freiwillige meistern können. Das erste Ziel erreicht, schakka.

Meine Erfahrungen mit dem Spenden-Sammeln sind allerdings nicht alle rosarot. Hier also eine kleine Zusammenfassung in alter InTouch-Manier:

FLOP

  • Wer ein paar Blogeinträge zurück klickt, liest meine euphorischen Zeilen zu den Briefen, die ich an lippstädter Firmen und Unternehmen schickte – inklusive selbstgemachtem Flyer und einer Schönschrift, wie sie im Buche steht. Die harte Realität: meine einzige Rückmeldung bestand aus 2 „Danke aber nein“-Antwortbriefen.  IMG_9404
  • Trotz mehreren Telefonaten, sowie motivierter Zusprachen, rufte mich unsere Lokalzeitung nie zurück. Der Plan, meine Reichweite durch Print zu erweitern scheiterte, noch bevor ich richtig losgelegt hatte.
  • Obwohl die Zonta-Frauen Lippstadts sich auf das Unterstützen von Frauen aus unserer Kleinstadt und der ganzen Welt spezialisiert haben, wurde meine Bitte, weltwärts und mich in ihrem Kreis vorstellen zu dürfen, abgewiesen. Mhm.

TOP

  • Auf Familienfeiern, Geburtstagen oder beim Smalltalk: mittlerweile bin ich (und meine Mama & Schwester auch ) richtig gut darin geworden, mit ein paar Worten weltwärts und mein Projekt vorzustellen. 24/7 Werbung für meinen Freiwilligendienst und viele, viele Papierschnipsel mit der Adresse zum Blog haben sich gelohnt. Manchmal werde ich auch direkt und ganz gezielt nach Ghana gefragt, das macht mich dann richtig happy. Besonders die spontanen Gespräche dürfen nicht unterschätzt werden, so wurde auch unser Tierarzt einer meiner Unterstützer 🙂
  •  Der Rotary Club Lippstadt lud mich zu einem Mittagessen ein und lauschte danach meiner kleinen Präsentation. Im Anschluss daran ergab sich eine knackige Fragerunde, eine Einladung für´s nächste Jahr und – zu meiner großen Freude – eine Spende.
  • Genauso, aber komplett anders hat auch der Lions Club Lippstadt mich zu einem Essen eingeladen. Dort habe ich wieder von meinem Vorhaben erzählt und so das Interesse des Clubs gewonnen und ein besonderes Angebot bekommen: Während des „Golfer and Friends“-Tages der Lions – inklusive Tombola – war mein Job die Lose zu verkaufen und im Gegenzug durfte ich aus dem Gewinn eine Spende zaubern. Das ist nicht nur unfassbar großzügig, sondern auch die Summe, die meinen Beitrag über die Hälfte finanziert.

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Bei dem Clubabend habe ich 121 Lose verkaufen und den Club von meinem Engagement begeistern können. Oh, und noch eine weitere Einladung abgesahnt – auch dieser Kreis möchte eine Berichterstattung nach meiner Rückkehr 🙂

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 Durch die Clubs (Lions & Rotary) habe ich aber nicht nur Spenden sammeln dürfen, sondern auch meinen Wirkungskreis vervielfacht. Es war ein tolles Gefühl Menschen durch diese Möglichkeiten zu erreichen, die ich andernfalls nicht hätte mitnehmen können. Auch wenn es mich selbstverständlich ein paar Nerven gekostet hat, vor so vielen (größtenteils) fremden Menschen zu reden, bin ich auf dieses Kapitel meines Förderkreises besonders stolz.

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  • Social Media ist überall, besonders bei uns Teenies. So war es für mich eine Herzensangelegenheit, den Link zu meinem Blog auf Instagram zu uploaden und alle möglichen Ghana-technischen News dort zu spreaden. Klappt so weit auch ziemlich gut, da ich viele erreichen & informieren kann. Außerdem haben durch verschiedene Hashtags (wie „Freiwilligendienst“, „Agona Swedru“ und „weltwärts“) andere Freiwillige meinen Account gefunden und daraufhin, zuckersüß, von sich aus angeboten alle möglichen Fragen zu beantworten. Wahrhaftig sozial in den sozialen Medien: wunderschön, aber (leider, leider) selten.

Alles in Einem, kann ich euch sagen, dass ich das Spenden-Sammeln zu Beginn zwar nicht auf die leichte Schulter genommen, aber dennoch unterschätzt habe. Es ist schwer Menschen zu mobilisieren und zäh zu beobachten, wie sich trotz viel Arbeit und Mühe wochenlang nichts am Kontostand ändert. Hinter den Spenden her zu sein ist wichtig, die ein oder andere Enttäuschung ohne Kränkung wegzustecken fiel mir schwer. Denn auch wenn ich vieles mit euch teile, ist dieses Jahr sehr persönlich und so geht mir der ganze Kram schnell nah. Dementsprechend groß ist aber auch jedes mal die Freude, wenn interessierte Nachfragen gestellt, Spendenformulare ausgefüllt und mein Visa bestätigt werden, wuhuu!

Meine Spenden-Seite ist momentan auf Eis gelegt – aber auch nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich ein Projekt, das unterstützt werden muss, in Agona Swedru gefunden habe. Ich halte die Augen offen und zähle dann auf euch 🙂

Danke, dass ihr mein weltwärts-Jahr so sehr unterstützt ❤

Autor: Linn

Ich gehe weltwärts und blogge über Ghana, Glitzer und Soziales Engagement. Es werden Fotos und Herzensangelegenheiten geteilt :)

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