Auch manikürte Hände können helfen

Ich liebe schöne Handtaschen, perfekte Maniküren und Chihuahuas.So, das Geheimnis ist gelüftet. Natürlich Blond ist mein Lieblingsfilm und ich bin eine Tussi.

Genau, ich stehe dazu – der Name meines Blogs ist also auch kein Zufall, oder gar die letzte freie Domain, nee nee. Vielmehr ist er eine Ode an die Girls, die im Matheunterricht vom Lehrer belächelt werden, sobald der mit Strass-Steinchen beklebte Taschenrechner auf dem Tisch liegt.

Und falls sich wer fragt: Ja, ich weiß wovon ich rede.

Mir ist es wichtig, dass meine Fingernägel on point sind, meine Handtasche perfekt zum Outfit passt und generell mein Look stimmt. Natürlich gibt es solche und solche Tage. ( Es muss dennoch alles schön auf dem Teppich bleiben und ich gehe auch ohne Schminke zum Briefkasten 😋)

Der entscheidende Punkt aber ist, dass dieses Klischee – irgendwann während der Pubertät – anfing an mir zu kleben. Wer genau hinsieht, kann das überall verfolgen. Die Kiddies und Teenager, ja auch Erwachsene, werden Tag für Tag in die Schubladen lauter Stereotypen gepackt.

Schlimm, dachte ich, meinen eigenen Fall betrachtend, ist was anderes. Schließlich bin ich privilegiert, gesund und nur mit einem Tucken-Stempel versehen.

Schlimm ist es immer noch nicht. Sondern einfach nur nervig.

Nervig, wenn die Biolehrerin einen nicht für voll nimmt, weil man nicht in das naturwissenschaftliche-technische Bild reinpasst.

Nervig, wenn die Meinung in Diskussionsrunden gekonnt überhört wird.

Und nervig, wenn wildfremde Menschen denken, über die soziale Ader anhand des Aussehens urteilen zu können.

Während allein die drei Situationen, Denkweisen unserer Gesellschaft widerspiegeln, die durch Vorurteile genährt werden, verletzt mich der letzte Punkt am meisten.

Bei aller Liebe:

Meine „Eignung“ für soziales Engagement ist doch nicht an meinem Outfit zu erkennen. Meine Empathie ist nicht aufzuwiegen mit meiner Lieblingsfarbe und meine Intelligenz ist nicht vergleichbar mit der Anzahl an Nagellackfläschchen, die ich besitze. (Eins sei euch gesagt, es sind viele 💁🏼‍♀️)

Wenn ich erzähle, dass ich für ein Jahr nach Ghana gehe, dann schockt mich leider manchmal das irritierte Gesicht meines Gegenübers. Meistens wahrscheinlich ohne böse Intention, gleiten die (oft männlichen) Gesichtsmuskeln dann in einen vollkommen verwirrten Zustand. „Du.. du weißt aber, dass das eine riesengroße Umstellung wird, ne? Gerade auch für dich so..“

Cool, danke.

Die Reaktionen und stacheliges Nachfragen sind unfair und könnten so aus dem Mittelalter entflogen sein.

Nach dem Aussehen urteilen – Sitzt.

Dass das Problem viel weiter gestreut ist als mein winziges (und harmloses) Beispiel das jetzt hier andeuten kann, ist mir bewusst. Die Angst vor Unterschieden ist wieder aktuell und Fremdenfeindlichkeit ein Teil des Bundestags. Ich hoffe inständig, dass dabei nicht nur mir ein Schauer über den Rücken läuft. Umso wichtiger scheint es mir aber, selbst auch im Kleinen damit anzufangen, sich dagegen zu stellen.

Mit den Klischees spielen ist voll okay, kann lustig sein und für das ein oder andere humorvolle Augenzwinkern sorgen. Sich von Vorurteilen und der Sicht anderer auf einen selbst einengen zu lassen: ein NoGo. Geschweige denn, dies bei anderen zu machen.

Zu 100% bin ich überzeugt, dass jeder eine Elle Woods in sich trägt. Mit der richtigen Portion Mut und Selbstbewusstsein kann mit den vorgefertigten Meinungen ins Gericht gegangen werden. Letztendlich werden die Prozesse nämlich auch in pink gewonnen.

Und weil der Film der Hammer ist, gibt es hier den Kern der Botschaft:

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Ich könnte ein Freudentänzchen machen, weil du alles gelesen hast,

Linn

Autor: Linn

Ich gehe weltwärts und blogge über Ghana, Glitzer und Soziales Engagement. Es werden Fotos und Herzensangelegenheiten geteilt :)

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